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Das Christliche Zentrum Berlin
Von der Zeltmission in die Kirche am Südstern
Die Geschichte des Christlichen Zentrums Berlin, die vor rund 60 Jahren ihren
Anfang nahm, ist in vielfacher Sicht außergewöhnlich und einzigartig.
Alles begann, als Harold Herman, ein ehemaliger prominenter Kameramann
Hollywoods, nach dem Krieg als Missionar nach Berlin kam. Er wurde bekannt durch
seine mehrjährigen Zeltevangelisationen. Die Verkündigung der frohen Botschaft in
seinem Evangelisationszelt auf dem Potsdamer Platz an der Sektorgrenze zog
Massen von Menschen an.
Durch zahlreiche Berichte von Wundern und Heilungen in den Gottesdiensten wurde
die Presse auf die Veranstaltungen aufmerksam. Journalisten kamen und sahen mit
ihren eigenen Augen, wie Gott Schwerkranke augenblicklich heilte und
wiederherstellte. Dies schlug sich in den Artikeln nieder, die nun nicht mehr die
Existenz Gottes in Frage stellten, sondern sich mit der Frage beschäftigten, wie man
am schnellsten mit diesem Gott in Beziehung treten könnte. Ca. 24.000 Berliner
gaben in vier Sommern (1952-1956) ihr Leben Jesus Christus und wurden mit Gott
versöhnt.
Die daraus entstandene Gemeinschaft zog bald darauf in das alte kaiserliche
Privattheater am Nollendorfplatz, das heutige Metropol. Die Umstellung war zunächst
etwas schwierig, und schon bald drohte die anfangs so lebendige Bewegung zu
stagnieren. Die Gottesdienste verloren ihren Schwung, junge Menschen wanderten
auf Arbeitssuche nach Westdeutschland ab, und nach und nach passte sich die
Gemeindestruktur der überalterten Westberliner Gesellschaft an.
Mit der Einsetzung des 21-jährigen Volkhard Spitzer als Hauptpastor im Jahr 1964
versuchte die Gemeinde sich zu erneuern. über die nächsten sechs Jahre hinweg
betete die Versammlung voll Hingabe, dass Gott Türen öffnen sollte, die Jugend
dieser Stadt zu erreichen. Doch bis zum Jahr 1970 geschah kaum Veränderung. Erst
1971 kam es nach einem konkreten Reden Gottes und der Bereitschaft der
Gemeinde Buße zu tun und Gott ihre mangelnde Liebe zu ihm und den Menschen zu
bekennen, zu einer bemerkenswerten Veränderung.
Junge Menschen, die den Drogen zum Opfer gefallen waren, kamen in die
Gottesdienste " sie schienen regelrecht von einer unsichtbaren Hand gezogen zu
werden. Die älteren Geschwister nahmen die Hippies, egal wie sie aussahen oder
sich benahmen, mit ganzem Herzen in ihre Mitte auf. Schnell verbreitete sich diese
Kunde von der außergewöhnlichen Liebe zu den ansonsten ausgestoßenen
Jugendlichen. Wie ein Lauffeuer sprach sich die Botschaft herum: Jesus macht völlig
frei! Ein Durchbruch hatte stattgefunden.
Bald wurden die Medien aufmerksam und berichteten über die Ereignisse. Die Jesus
People waren geboren. Voll Freude berichteten Exfixer wie Jesus sie vom Rauschgift
befreite und ihnen ein sinnvolles neues Leben schenkte. Diese Nachricht verbreitete
sich rasch im ganzen deutschsprachigen Raum. Innerhalb eines Jahres wurden mehr
als 40 Kontaktstellen " die "One-Way Teestuben" geschaffen, in denen sich
wöchentlich tausende von jungen Menschen versammelten, von Gott hörten und ein
neues Leben begannen.
Die Gottesdienste in den Räumen am Nollendorfplatz waren bald überfüllt. Viele der
jungen Leute hatten nach ihrer Bekehrung keine Bleibe mehr. Aber auch hier sorgte
Gott weiter. Große Summen wurden gespendet, um diesen Jugendlichen eine
Wohngemeinschaft im so genannten "One Way Haus" zu ermöglichen. Hier konnten
sie zum Teil kostenlos bis zu ihrer Wiederherstellung wohnen. Aus Dankbarkeit für
das, was Gott in ihnen getan hatte, zogen viele von ihnen in den vollzeitlichen Dienst
als Pfarrer, Missionare und Sozialarbeiter.
Zur gleichen Zeit schossen in Deutschland überall charismatische Gruppen aus dem
Boden. Menschen aus den verschiedensten Kirchen und Gemeinschaften begannen
sich zu treffen und für Erneuerung der christlichen Bewegung in Deutschland zu
beten. Auch in Berlin entstanden mehrere dieser Gruppen. Doch sie alle blieben
räumlich verstreut, ohne jeglichen Kontakt zu einander. Volkhard Spitzer erkannte
diese Notlage als erster. Bewegt von Jesu Gebet um Einheit (Johannes 17, Vers 21)
rief er zum Ersten Charismatischen Kongress 1979 nach Berlin in die Kongresshalle
auf. Es wurde ein voller Erfolg. 1284 Delegierte aus Groß- und Freikirchen nahmen
daran teil, um der entstandenen deutschen Charismatischen Bewegung neue
Impulse zu geben. Eröffnet wurde der Kongress von der Schwester des damals
amtierenden US-Präsidenten Jimmy Carter, Ruth Carter " Stapleton.
Im Juni 1981 wurden im Berliner Olympiastadion die "Berliner Bekenntnistage "81"
durchgeführt, ein Kongress, zu dem sich 30.000 bekennende Christen
verschiedenster kirchlicher Richtungen versammelten. Die Veranstaltungen zielten
vor allem auf das Thema der Versöhnung ab und wurden nach Abschluss trotz
kritischer Stimmen im Vorfeld überwiegend positiv beurteilt.
Im Juni 1982 war es dem Christlichen Zentrum Berlin nach Verhandlungen mit der
Evangelischen Kirche Berlins und den zuständigen Stellen des Bundes möglich, die
traditionsreiche neogotische, ehemalige Garnisonskirche am Südstern zu erwerben.
Der Bekanntheitsgrad der Gemeinde stieg weit über die Landesgrenzen hinaus und
immer mehr Menschen zeigten Interesse am Christlichen Zentrum. Nach 22jähriger
Arbeit am CZB übergab Volkhard Spitzer im Dezember 1986 die Gemeinde an
Pastor Peter Dippl.
Peter Dippls Schwerpunkt der Arbeit war die Lehre des Wortes Gottes. Ein weiteres
Anliegen war es, die ökumene weiter voranzutreiben und den Leib Christi zu
vereinen. Unter seiner Leitung kam es zur Gründung vieler kleiner, der
Südsterngemeinde angehörenden Tochtergemeinden.
Während dieser Zeit entstanden neue Projekte und Arbeitszweige innerhalb der
Gemeinde. So begannen zum Beispiel Sam Fields und Paul Nogossek, der 1988 als
Pastor ordiniert wurde, eine missionarische Arbeit unter Obdachlosen und Asylanten.
Während der Wende 1989/1990 öffnete sich die Gemeinde für Menschen aus Ost
und West, spendete Essen und Kleidung.
Im Jahr 1999 verließ Dr. Paul Nogossek das Christliche Zentrum. Er ist heute Pastor
einer wachsenden Gemeinde im Norden der Hauptstadt. Drei Jahre später musste
Peter Dippl aus gesundheitlichen Gründen die Gemeindeleitung aufgeben; er zog
sich ganz aus dem Gemeindedienst zurück.
Ab 2000 entwickelte Werner Nachtigal, der damalige Evangelist und Leiter der
Jugendarbeit des Christlichen Zentrums, neue Strategien um Menschen zu Gott zu
führen, z.B. lud er zu Weihnachten bis zu 300 einsame und arme Menschen zu
einem Festmahl ein, was in der örtlichen Presse ein starkes Echo erfuhr. Später
gründete er sein eigenes Missionswerk No Limit, um auch im Ausland missionarische
Aktionen durchführen zu können.
Im April 2001 wurde Slaviša Vuković, der schon seit Ende der siebziger Jahre als
Hauskreisbereichsleiter und ältester Erfahrungen gesammelt hatte, zum Pastor
ordiniert. Im Januar 2003 übernahm er als Hauptpastor die Gemeinde. Zu Beginn
des Jahres 2002 begannen auf sein Anfragen hin Gespräche mit Volkhard Spitzer
über dessen mögliche Rückkehr als Pastor zum CZB. Nach ausgiebiger Beratung
und Gebet entschlossen sie sich diesen Schritt gemeinsam zu gehen. Pastor Spitzer
kam am 15. August 2004 mit der gesamten Tabor-Gemeinde zur Kirche am Südstern
und wurde dort zum Hauptpastor der Gemeinde ernannt.
Pfingsten 2005 fand die 5. Nacht der offenen Kirchen in Berlin statt. Für den
ökumenischen Abschlussgottesdienst am Pfingstmontag durfte unsere Kirche den
festlichen Rahmen bieten. Der musikalische Schwerpunkt lag auf mitreißender
Gospelmusik, die niemanden ruhig auf seinem Stuhl sitzen ließ.
Ende Juni 2005 wurden sehr unterschiedliche Auffassungen zum Leitungsverständnis zwischen Pastor Spitzer und der restlichen Ältestenschaft offenkundig,
die es leider nicht gelang zu überbrücken. Man entschloss sich daher, künftig
getrennte Wege zu gehen. Die Ältestenschaft wählte daraufhin erneut Pastor
Vuković zum leitenden Pastor und Vorsitzenden des Gemeindevorstands.
Heute arbeitet die Gemeinde basierend auf den fünf Grundpfeilern der
Gemeindevision: Anbetung, Evangelisation, Gemeinschaft, Jüngerschaft und
Dienste. Ein besonderer Schwerpunkt ist dabei das vielfältige Gemeinde-Gebet
(Frühgebet, wöchentliche Gebetsversammlung, Wächtergebet), an dem sich auch
sehr aktiv Geschwister aus vielen anderen Nationen (sowohl Mitglieder des CZB als
auch der Tochtergemeinden) beteiligen. Dadurch bewahrheitet sich eine dem CZB
von Gott gegebene Verheißung, dass es gemäß Jesaja 56,7 "ein Gebetshaus für
alle Völker" sein soll.
Und über allem steht die unverrückbare Tatsache, dass Jesus allein Herr der
Gemeinde ist und nur Er sie bleibend bauen kann, denn "einen anderen Grund kann
niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus" (1. Kor. 3,11) " Ihm
allein gebührt alle Ehre!
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