| Die Geschichte der Freien
Christengemeinde Tabor |
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| 1905 | Unter Leitung des Baptistenprediger
Benjamin Schilling trifft sich eine kleine Schar Gläubiger, die
Erfahrungen mit dem Heiligen Geist und seinen Gaben macht.Durch
Versammlungen unter freiem Himmel und Gottesdiensten in Hinterhöfen
wächst die Gemeinschaft stetig. |
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| 1924 | Die Gemeinschaft nennt sich Freie
Christengemeinde Tabor |
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| 1930 | Die Gemeinde zieht in eine zur Kirche
umfunktionierte Gewerbehalle um, die bereits rund 300 Personen Platz
bietet. |
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| 1933 | Mit der Machtübernahme der
Nationalsozialisten änderte sich die Lage der Gemeinde schlagartig. Die
gottesfürchtigen Mitglieder verweigern, ungeachtet aller Risiken und
Gefahren, das Absingen der Parteihymne, den Hitlergruß, sowie die
Teilnahme an nationalsozialistischen Aufmärschen. Dieses Verhalten,
ihren Glauben nicht preisgebend, führt nicht selten zu ungeheuren
Schikanen, und zum Verlust des Arbeitsplatzes. |
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| 1937 | Die Gemeinde wird verboten, die GeStaPo
besetzt die Kirchenräume. |
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| 1945 | Nach Kriegsende beginnt ein kleiner Kreis
von etwa 40 Christen in den Trümmern erneut mit Gottesdiensten. |
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| 1961 | Durch den Mauerbau geht ein großer Teil
der Mitglieder, die sich aus der Ostzone der Kirche angeschlossen hatte,
verloren. Ende der 60er Jahre vereinigt sich die Gemeinde mit einer
anderen Gemeinde aus Kreuzberg und trifft sich in der Dennewitzstraße |
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| 1991 | Die Gemeinde beschließt ein eigenes
Gemeindehaus in Lankwitz zu bauen. |
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| 1997 | Volkhard Spitzer übernimmt als Pastor die
Taborgemeinde |
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| 1998 | Durch starkes Gemeindewachstum wird das
Gemeindehaus in Lankwitz zu klein. Die Sonntagsgottesdienste werden im
Marmor-Saal in Berlin-Mitte abgehalten. |
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| 1999 | Da die Gemeinde weiter an Mitgliedern und
Gottesdienstbesuchern wächst, erweist sich auch der Marmorsaal als
ungeeignet. Die Taborgemeinde zieht in die Jesus-Kirche nach Kreuzberg
um. |
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| 2004 | Die Gemeinde vereinigt sich mit dem
Christlichen Zentrum Berlin, und zieht in die Kirche am Südstern um. |
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| Geschichtliche Details der Freien
Christengemeinde Tabor |
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| Die Taborgemeinde Berlin Eine fast 100 jährige Geschichte |
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| Die Christengemeinde Tabor gilt als eine
der ersten und ältesten Pfingstgemeinde der Bundesrepublik. Sie wurde
schon Anfang des letzten Jahrhunderts von einer kleinen Schar
Gläubiger, die sich nach den Gaben und Segnungen des Heiligen Geistes
ausstreckte, gegründet. Bereits Ende 1905 versammelte der
Baptistenprediger Benjamin Schilling eine kleine Gruppe in Berliner
Hinterhöfen und verschiedenen Privatwohnungen, um sie im Wort Gottes
und der Lehre über den Heiligen Geist zu unterrichten. Durch
Evangelisationsveranstaltungen unter freiem Himmel, den Berliner
Stadtparks und verschiedenen Hinterhöfen wuchs die Gemeinde stetig. Im
Jahr 1924 wählten die Mitglieder den Namen Freie Christengemeinde
Tabor. Das Wachstum dauerte an. 1930 konnte die Gemeinde größere
Räume in der Ahornstraße 6 anmieten, die bereits Platz für rund 300
Personen boten. Starke Prägung und Unterstützung erhielt die Gemeinde
in dieser Zeit durch schwedische Pastoren und Missionare um Lewi
Pethrus. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 änderte
sich die Lage der Gemeinde schlagartig. Die gottesfürchtigen Mitglieder blieben ihrem Vaterland treu, und zogen, wenn gefordert in den Krieg für Deutschland. Jedoch weigerten sie sich, ungeachtet aller Risiken und Gefahren, am Absingen der Parteihymne, am Hitlergruß, sowie an nationalsozialistischen Aufmärschen teilzunehmen. Dieses Verhalten, ihren Glauben nicht preisgebend, führte nicht selten zu ungeheuren Schikanen, und zum Verlust des Arbeitsplatzes. 1937 fiel dieses „Widerständige Verhalten“ der Taborgemeinde der Gestapo auf, die daraufhin die Versammlungen der Gemeinde verbot. Wie Karl-Heinz Thiel, das älteste lebende Mitglied der Taborgemeinde (Eintritt 1934) berichtet, stand eines morgens Pastor Erwin Lorenz vor der Tür der Gemeinderäume und durfte niemanden mehr in das Gebäude hineinlassen, da die Gestapo unter Androhung von Gefängnisstrafe das Betreten des Gottesdienstsaales verboten hatte. Doch auch dieses offizielle Versammlungsverbot konnte die Gemeinde nicht auslöschen. Viele Gläubige trafen sich weiter in Hauszellen und privaten Wohnungen. Dieser harte Kern von etwa 40 Christen überdauerte das Nationalsozialistische Regime, und begann direkt nach Kriegsende wieder mit offenen Gottesdiensten. "Wir waren wie auseinander gepflückt nach dem Krieg, [...] dadurch dass wir ja nicht mehr bestehen durften, hatten wir zu vielen Geschwistern den Kontakt verloren, viele waren auch gestorben“, bemerkt Karl-Heinz Thiel. Doch schon bald entstand, wieder mit schwedischer Hilfe, eine kleine eigenständige Gemeinde, die ein leerstehendes Geschäft, das durch die Bombenangriffe kaum beschädigt war, in der Breiten Straße, Ecke Birkbuschstraße, in Lichterfelde anmietete. In diesen ersten Jahren nach dem Krieg führte Rudolf Lehmann als Hirte die Gemeinde. Unter seiner Leitung zog die Gemeinde in den 50er Jahren in eine leerstehende Autowerkstatt in die Haydnstraße um. Nach einigen Renovierungsarbeiten konnten die Räume für den Gottesdienst genutzt werden. Die Gemeinde fand hier für rund 10 Jahre ein Zuhause. Während dieser Zeit konnten einige neue Mitglieder hinzu gewonnen werden. Gerade über die Kinderarbeit die während dieser Jahre florierte, und zu der auch außenstehende Eltern ihre Kinder gerne schickten, wurden einige Menschen zu Jesus geführt. Über öffentliche Aktionen wie Feiern und Veranstaltungen versuchte die Gemeinde immer wieder auf sich aufmerksam zu machen. Doch Steglitz und Lankwitz waren wie Karl-Heinz Thiel bemerkt, ein „wirklich hartes Pflaster zum evangelisieren. Viele Menschen waren einfach verschlossen.“ Im Jahr 1960 schloss sich die Gemeinde mit einer anderen christlichen Gemeinschaft aus Kreuzberg zusammen. Neue Räume wurden in der Dennewitzstraße angemietet, in denen die Gemeinde bis in die 70er Jahre ihr Zuhause hatte. Durch den Mauerbau 1961 wurde die Gemeinde von vielen ihrer Mitgliedern aus der russischen Zone abgeschnitten. „Es war wie eine Spaltung, als ob der Feind diese Mauer zwischen uns gesetzt hätte. Von einem Tag auf den anderen waren wir getrennt.“ Doch die Gemeinde orientierte sich neu, und schaffte es, sich schrittweise zu stabilisieren. Anfang der siebziger Jahre zog Tabor in leerstehende Räume in der Wulffstraße 6 in Steglitz, welche nach einigen Jahren sogar gekauft werden konnten. Unregelmäßigkeiten in der Abrechnung führten aber dazu, dass die Gemeinde die Räume kurze Zeit später wieder verkaufen musste, und in den Status des Mieters zurückkehrte. Während dieser Jahre stagnierte das Mitgliederwachstum der Taborgemeinde - bis 1986 zählte man rund 60 Mitglieder. Daraufhin sandte der BFP (Bund freier Pfingstgemeinden) Günther Habicht als vollzeitlichen Pastor im Rahmen der Bundesaufbauarbeit in die Gemeinde. Seine pastorale Arbeit brachte zwar nicht das ersehnte Wachstum, doch aber Kontinuität in der Arbeit. Nach der Wende 1990 stieg die Miete der Räume in Steglitz drastisch, von 1700 DM auf 4200 DM an. Dadurch war die Gemeinde gezwungen, sich erneut nach einer anderen Alternative umzusehen. Kurzfristig konnte sich Tabor zwar in einer befreundeten Baptistengemeinde einquartieren, dies war aber augenscheinlich nur eine Übergangslösung. Pastor Habicht hatte daraufhin die Idee, auf seinem Sommergrundstück in Alt Lankwitz endlich ein eigenes Gemeindehaus für die Taborgemeinde zu bauen. Doch die Gemeinde konnte für diesen Plan nicht mehrheitlich gewonnen werden. Die finanziellen Lasten erschienen vielen als zu hoch. Nur ein erhebliches Gemeindewachstum hätte die Baukosten einigermaßen abdecken können. Dennoch setzte sich Günther Habicht durch und beschloss den Bau des Gemeindehauses, das im Juni 1993 eingeweiht wurde. Durch die enorme finanzielle Belastung, die Uneinigkeit innerhalb der Gemeinde, und die Überforderung des Pastors, der zusätzlich zu seiner pastoralen Arbeit auch noch die Bauleitung übernommen hatte, verlor die Gemeinde stark an Mitgliedern. Dieses Geschick konnte Günther Habicht nicht mehr wenden. Er verlies die Gemeinde im Frühjahr 1997. Die Zahl der Mitglieder und Gottesdienstbesucher war auf rund 20 Personen gesunken. Nach einer kurzen Zeit ohne geistlichen Leiter, fragte der BFP Pastor Volkhard Spitzer ob er nicht die kleine Gemeinde übernehmen wolle. Volkhard Spitzer beschreibt die damalige Situation folgendermaßen: „Ich war vollkommen ausgelastet mit meiner missionarischen Arbeit. Ich hatte nichts Neues mehr gesucht. Dann kam wie aus heiterem Himmel Ingolf Ellßel auf mich zu, und fragte mich, ob ich nicht die Taborgemeinde in Berlin übernehmen wollte. Die war damals das Schlusslicht der Pfingstbewegung. 18 Mitglieder und seit Jahren nicht gewachsen.“ Doch durch den Besuch dieser kleinen Gemeinde, den Kontakt mit den Geschwistern und das Gebet wuchs die Erkenntnis in Spitzer, dass er diese kleine Gemeinde im Süden von Berlin übernehmen sollte. „Die anderen Gemeinden fanden es überaus belustigend, dass ich, der einmal die größte Gemeinde von Deutschland hatte, jetzt mit so einer Micky Mouse Gemeinde anfing. Aber von Anfang an wusste ich, dass es nicht so bleiben würde. In einer Gebetsstunde gab Gott uns die prophetische Zusage, dass er die eisernen Riegel öffnen würde, und Ost und West zur Erkenntnis seiner selbst führen würde.“ Dieses Wort Gottes, das ursprünglich an Kyrus gerichtet war, wurde wie ein Rhema für die Beter in der kleinen Gemeinde. Die Vision, das Feuer, und der Glaube die von Gott entfremdeten Menschen Berlins zu erreichen, sprang von Spitzer auf die Gemeinde über. Das Bild der Taborgemeinde änderte sich binnen weniger Monate. Während die Gemeinde vorher, im Zeitraum von rund 50 Jahren nicht wirklich gewachsen war, so erlebte sie nun eine regelrechte Explosion. Nach nur weniger als einem Jahr erwies sich das Gemeindehaus in Lankwitz als zu klein für den sonntäglichen Gottesdienst, und die Gemeinde zog in den Marmorsaal nach Berlin Mitte um. Doch auch diese Behausung zeigte sich wegen des anhaltenden Zustroms von Menschen als nicht geeignet. Jeden Sonntag musste der leere Marmorsaal unter der Mithilfe vieler Gemeindemitglieder gottesdiensttauglich gemacht werden. Der Aufbau der Bestuhlung, der Technik, sowie anderer Arbeiten, erwies sich als extrem zeit- und arbeitsaufwendig. Durch Gottes Führung gelang es der Gemeinde ab Januar 1999 die Evangelische Jesuskirche in Berlin-Kreuzberg zu mieten. Doch auch die Jesus Kirche in Kreuzberg war sonntags um 10.00 Uhr bald überfüllt. Nur mit zwei aufeinander folgenden Gottesdiensten konnten die rund 300 – 400 Menschen jeden Sonntag untergebracht werden. Bis Frühjahr 2004 stieg die Zahl der Mitglieder bis auf weit über 200 Personen. Dies alles machte die Taborgemeinde zur schnellst wachsenden Gemeinde Berlin-Brandenburgs. Welch eine Wandlung. Auf Bestreben des Christlichen Zentrum Berlin, und nach intensivem Gespräch und Gebet den Leiter beider Gemeinden entschloss sich die Taborgemeinde, sich zum 15. August 2004 mit dem Christlichen Zentrum Berlin, in der Südsternkirche zu vereinigen. Die Geschichte der Taborgemeinde hört damit, wie Karl-Heinz Thiel es beschreibt, keineswegs auf. Für ihn beginnt ein neues Kapitel. „Die Taborgemeinde war wie das Volk Israel. Wir zogen ruhelos umher, immer auf der Suche nach dem richtigen Ort, nach dem richtigen Zuhause. Jetzt hat diese Suche endlich ein Ende.“ Karl-Heinz Thiel muss es wissen. Er kennt die Gemeinde wie niemand sonst. Mit der Vereinigung der Taborgemeinde mit dem Christlichen Zentrum Berlin kommt zusammen was Gott zusammen gefügt hat. Zwei unterschiedliche Gemeinden mit ihrer jeweils eigenen Prägung und ihrer eigenen Geschichte verschmelzen miteinander. Sie beide aber verbindet das Verlangen die unerreichten Menschen Kreuzbergs, Berlins und Deutschlands mit der frohen Botschaft Jesu Christi zu erreichen. Gemeinsam wollen die beiden Gemeinden in der Kirche am Südstern ein attraktives und lebendiges Zentrum des Glaubens entstehen lassen, ein Ort der Interaktion, der Gemeinschaft schaffen, um die Botschaft des lebendigen Christus kirchenfremden Menschen in der Sprache der Zeit nahe zu bringen. Für die Zusammenstellung dieses Artikels danken wir Waldemar Zerbin und Karl-Heinz Thiel © by Hans Heÿn 2004 |